Bundesvertretertag des FWSV in Würzburg

Neuer Bevollmächtigter für Tarifangelegenheiten – Verabschiedung verdienter Kollegen aus dem Bundesvorstand

Hoch über den Dächern der alten Residenzstadt Würzburg tagten vom 2. bis 3. Juni d.J. die Delegierten des FWSV-Bundesvertretertages – unseres höchsten Gewerkschaftsgremiums.

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Wieder galt es, an diesen beiden Tagen eine Vielzahl von Tagesordnungspunkten zu diskutieren und abzuarbeiten. Bereits am Vortag trafen sich die Delegierten am Abend im Tagungshotel zu einem gemeinsamen Abendessen, um erste fachliche Diskussionen zu führen. Am Dienstagmorgen begann dann der offizielle Bundesvertretertag. Turnusgemäß stand nach Entgegennahme des Geschäftsberichtes (allgemeiner Teil, Finanzbericht, Rechtsschutzangelegenheiten) und der darauf folgenden Generaldiskussion die Entlastung des Bundesvorstandes an, welche einstimmig erfolgte. Zuvor hatten die Delegierten die zahlreichen Aktivitäten des neuen Bundesvorsitzenden nach seiner Wahl im September letzten Jahres positiv zur Kenntnis genommen und anerkennend die gesunde finanzielle Situation des FWSV gewürdigt; somit entfiel eine Diskussion um etwaige Beitragserhöhungen.

Kollege Andreas Gutberlet, ebenfalls im September 2014 zum neuen Justitiar gewählt, ergriff eingangs seines Berichtes über die Rechtsschutzgewährungen des FWSV die Möglichkeit, sich den Delegierten vorzustellen, da er in Abwesenheit als Nachfolger des ausgeschiedenen Kollegen Ralf Weßeling gewählt worden war.

Die Kollegen Heiko Engelbrecht (Bundesgeschäftsführer) und Frank Dirks (Bevollmächtigter für Tarifangelegenheiten) waren mit Ablauf des 31. 12.2014 aus dienstlichen Gründen -beide Kollegen sind aus der WSV zur Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen gewechselt- aus dem Bundesvorstand ausgeschieden. Die Funktion eines Bundesgeschäftsführers ist z. Z. nicht besetzt, die Aufgaben wurden auf die Mitglieder des Bundesvorstandes aufgeteilt. Als neuer Bevollmächtigter für Tarifangelegenheiten konnte Kollege Hartmut Janke aus der GDWS -Ast Ost- gewonnen werden, der vom Gremium einstimmig in die neue Funktion gewählt wurde.

Der erste Tag endete mit der Verabschiedung der ausgeschiedenen Mitglieder aus dem FWSV-Bundes-vorstand:

In seiner Laudatitio würdigte Egon Höfling zunächst den Kollegen Frank Dirks als jemanden, der zwar leider nur relativ kurz -ab Anfang 2013- aber dafür gleich zu 100% aktiv im FWSV mitarbeitete; war es doch seine Aufgabe, die Streikmaßnahmen zur WSV-Reform und zur Einkommensrunde 2014 zu managen. Wie es auch sonst seine Art sei, bewältigte er die schwierigen Aufgaben in seiner eigenen zupackenden und pragmatischen Art.

Kollege Heiko Engelbrecht war 10 Jahre lang der Bundesgeschäftsführer des FWSV und damit das Bindeglied zwischen den Bezirken und dem Bundesvorstand sowie dem dbb und Dritten. Bemerkenswert dabei sei, dass Heiko Engelbrecht trotz seiner hohen Arbeitsbelastung jedem Anrufer und Schreiber gegenüber immer freundlich und fröhlich und auch manchmal mit einem Schuss Humor entgegengetreten ist. Ihm oblag jahrelang die Beantwortung der Anfragen aus dem Mitgliederbereich, die gesamte Aktenverwaltung des FWSV sowie die Bestellung und Weiterleitung von Materialien, Broschüren und Büchern vom dbb und anderen an unsere Mitglieder.

Seinen Vorgänger im Amt würdigte Egon Höfling als einen Garanten für Kollegialität, Hilfsbereitschaft und freundschaftlicher Verbundenheit. Torsten Müller habe in seiner fast 12jährigen Amtszeit ein geschicktes Netzwerk zwischen Politik, Wirtschaft und Interessenvertretungen aufgebaut, welches seinesgleichen sucht. Gerade durch dieses Netzwerk konnte er unsere Verbandsinteressen immer wieder in die Meinungsbildung der Politik, des dbb und des Ministeriums einbringen. Auch wenn es letztlich nicht gelungen sei, die regionale Struktur der Mittelbehörden zu erhalten, seien die sozialverträglichen Zusagen an die Beschäftigten im Rahmen der WSV-Reform und die Einrichtung einer Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich als Standortsicherung der dort Beschäftigten sein großer Verdienst.

Als Anerkennung ihrer Verdienste um den FWSV überreichte Egon Höfling den „Ehemaligen“ die Dankurkunde des FWSV und ein kleines Präsent. Der Abend fand seinen Abschluss bei einem gemeinsamen Abendessen, und bis spät in die Nacht erinnerte so manche Anekdote und Geschichte an eine lange gemeinsame Zeit.

Die bevorstehenden Personalratswahlen in 2016 waren weiterer Tagungsordnungspunkt des Bundesvertretertages. Hier sind die Bezirke aufgefordert, bis zum nächsten Bundesvertretertag im Herbst d.J. geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Gremien HPR, BPR, GPR und evtl. ÖPR’S der GDWS-Außenstellen zu benennen.

Weiterer großer Diskussionspunkt war die zukünftige Struktur unseres FWSV. Die jetzige Untergliederung in Bezirke und Ortsgruppen ist nach der Reform der WSV nicht mehr zeitgemäß. Kollege Matthias Bromm -Bezirksvorsitzender des Bezirkes Mitte- hatte hierzu eine umfangreiche Ausarbeitung zum aktuellen Mitgliederbestand und Verteilung auf die Region vorgelegt. Kernpunkte sind eine zukünftige zentrale Betreuung der Ruheständler sowie die Abschaffung der „Dreistufigkeit“ unseres Verbandes (Bundesvorstand, Bezirksvorsitzende und Ortsgruppenvorsitzende) hin zu einer modernen zweistufigen Struktur (Bundesvorstand und Ortsverbände). Über die Anzahl der „neuen Ortsverbände“ und Aufteilung in der Fläche – evtl. analog zu den zukünftigen Revierämtern wird ein weiterer Bundesvertretertag entscheiden. Wir werden Sie weiter informieren.